Führerschein

Zur Ahndung von Verkehrsdelikten kann die Verwaltungsbehörde zusätzlich zu einer Geldbuße ein Fahrverbot verhängen. Bei einem derartigen Fahrverbot erhält der Betroffene nach Ablauf der Verbotsfrist seinen Führerschein ohne weitere Schwierigkeiten sofort zurück. Im Gegensatz hierzu kann bei der sog. „Entziehung der Fahrerlaubnis“ nach dem Strafgesetzbuch letztlich nicht sicher vorhergesagt werden , wann und ob mit einer Neuerteilung zu rechnen ist. Häufig muß der Betroffene vor der Wiedererteilung des Führerscheins erfolgreich einen medizinisch-psychologischen Test (MPU) absolvieren.

Die Geschwindigkeitsübertretung dürfte in der Praxis der wohl häufigste Fall sein, in dem ein Fahrverbot erteilt wird. Der Bußgeldkatalog regelt insoweit verschiedene Tatbestände grober Pflichtverletzung, in denen die Verwaltungsbehörde zwingend ein Fahrverbot erläßt. Sollten Sie gegen dieses Fahrverbot Einwände erheben wollen, so muß Ihr Rechtsanwalt gegen den Bußgeldbescheid Einspruch einlegen und überprüfen, ob Anhaltspunkte für ein sog. „Augenblicksversagen“ vorliegen.

Nur dann können die Behörde oder das Gericht von der Erteilung eines Fahrverbots absehen und dieses zurücknehmen.

So erfolgt die Anordnung eines Fahrverbots zum Beispiel zu Unrecht, wenn ein Ortseingangsschild nicht erkannt wurde und die Art der Bebauung nicht den Verdacht einer geschlossenen Ortschaft für einen Ortsunkundigen nahelegt. Auch soll bei Geschwindigkeitsmessungen ein bestimmter Mindestabstand zum Ortsschild eingehalten werden, um dem Autofahrer die Möglichkeit einer angemessenen Reaktion zu ermöglichen.

Über weitere Ausnahmefälle berät Sie Ihr Rechtsanwalt, wobei es sich als zweckmäßig herausgestellt hat, den Rechtsanwalt bereits bei Erhalt des Anhörungsbogens zu kontaktieren, um von Anfang an eine fachkundige Betreuung sicherzustellen.